Kopfschmerzen und Migräne
Hier ist Ehrlichkeit wichtiger als bei jedem anderen Beschwerdebild. Denn manuelle Behandlung kann bei manchen Kopfschmerzformen etwas beitragen – bei anderen nicht, und dann wäre jedes Versprechen falsch.
Wo ein Zusammenhang bestehen kann
Beim Spannungskopfschmerz und beim sogenannten zervikogenen Kopfschmerz – also Kopfschmerz, der von der Halswirbelsäule ausgeht – ist verspannte Nacken- und Schultermuskulatur regelmäßig mit im Spiel. Typisch: Der Schmerz zieht vom Nacken über den Hinterkopf nach vorn, oft einseitig, oft schlimmer nach langem Sitzen am Bildschirm.
Hier kann eine Behandlung der Halswirbelsäule und der umgebenden Muskulatur sinnvoll sein. Was dabei herauskommt, sagen wir Ihnen nicht vorher – wir untersuchen, behandeln, und schauen gemeinsam, ob sich etwas verändert.
Wo kein Zusammenhang besteht
Migräne ist eine neurologische Erkrankung mit eigener Entstehung. Sie entsteht nicht durch verschobene Wirbel und lässt sich nicht durch manuelle Behandlung beheben. Wer Ihnen das verspricht, verspricht zu viel.
Was wir tun können: Wenn Sie zusätzlich zur Migräne unter Nackenverspannungen leiden, behandeln wir diese – als Begleitung, nicht als Migränetherapie. Die Migräne selbst gehört in ärztliche Hände.
Dasselbe gilt für Cluster-Kopfschmerz, Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch und Kopfschmerz als Symptom einer anderen Erkrankung.
Was oft mehr bringt als eine Behandlung
Ein Kopfschmerzkalender über vier Wochen: wann, wie lange, wie stark, was war vorher. Das hilft, Muster zu erkennen – und es hilft dem Arzt oder der Ärztin, die Form richtig einzuordnen. Wir empfehlen das oft schon im Erstgespräch.
Wann Sie zum Arzt gehören
Bei diesen Anzeichen bitte sofort ärztliche Hilfe – Notaufnahme oder ärztlicher Bereitschaftsdienst:
- Plötzlich einsetzender, ungewohnt heftiger Kopfschmerz
- Kopfschmerz mit Fieber und Nackensteife
- Kopfschmerz mit Lähmung, Sprach-, Sprech- oder Sehstörung
- Kopfschmerz nach einem Kopfaufprall
- Kopfschmerz, der sich innerhalb von Tagen bis Wochen deutlich verändert oder verstärkt
- Erstmaliger starker Kopfschmerz nach dem 50. Lebensjahr
Im Zweifel: erst ärztlich abklären lassen, dann zu uns. Das ist kein Rückzieher, sondern die Reihenfolge, die Ihnen hilft.
Häufige Fragen zu Kopfschmerzen
Hilft Chiropraktik bei Migräne?
Migräne ist eine neurologische Erkrankung und keine Folge von Wirbelfehlstellungen. Sie sollte ärztlich behandelt werden. Was manuelle Behandlung leisten kann: eine begleitende Nacken- und Schultermuskulatur mitbehandeln, wenn diese zusätzlich verspannt ist. Wir versprechen Ihnen keine Wirkung auf die Migräne selbst.
Was ist ein Spannungskopfschmerz?
Ein dumpf-drückender Kopfschmerz, häufig beidseitig, oft wie ein Band um den Kopf. Er ist die häufigste Kopfschmerzform und tritt häufig zusammen mit Nacken- und Schultermuskelverspannungen auf.
Wann sind Kopfschmerzen ein Notfall?
Wenn sie plötzlich und ungewohnt heftig einsetzen, mit Fieber und Nackensteife, mit Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen, nach einem Kopfaufprall oder wenn sie sich innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern. Dann sofort ärztliche Hilfe, nicht zu uns.
Können Kopfschmerzen von den Zähnen kommen?
Ja, Kiefergelenk und Kaumuskulatur können beteiligt sein – vor allem bei nächtlichem Zähneknirschen. Das ist ein Fall, in dem sich Zahnmedizin und manuelle Behandlung sinnvoll ergänzen.