Rückenschmerzen und Hexenschuss
Rückenschmerzen sind der häufigste Grund, aus dem Menschen zu uns kommen – und gleichzeitig das Beschwerdebild, bei dem am meisten Halbwissen im Umlauf ist.
Die meisten Rückenschmerzen haben keine eindeutige Ursache
Das klingt beunruhigend, ist aber eine gute Nachricht. Mediziner sprechen von „unspezifischen“ Rückenschmerzen, wenn sich keine klare Struktur als Auslöser findet – kein Bandscheibenvorfall, keine Entzündung, kein Bruch. Das ist der weitaus größte Teil aller Fälle, und diese Beschwerden bessern sich meist von selbst.
Beteiligt sind in der Regel mehrere Dinge gleichzeitig: verspannte Muskulatur, Gelenke, die weniger mitbewegen als sie könnten, wenig Bewegung im Alltag, Stress, schlechter Schlaf. Deshalb lässt sich oft kein einzelner Auslöser finden – Warnzeichen prüfen wir trotzdem.
Was wir tun
Wir prüfen mit den Händen Beweglichkeit, Schmerzreaktion, Muskelspannung und Funktion – und vergleichen dabei immer beide Seiten. Aus diesem Befund ergibt sich, ob wir chiropraktisch arbeiten, osteopathisch, oder ob eine manuelle Behandlung gerade nicht das Richtige ist.
Was wir nicht tun: Ihnen erklären, dass ein Wirbel „draußen“ ist und wieder „reingeschoben“ werden muss. Dazu steht mehr auf der Seite Muss es knacken?
Und danach
Eine manuelle Behandlung kann Beweglichkeit verbessern und Spannung senken. Was sie nicht kann: einen Alltag ausgleichen, in dem Sie acht Stunden sitzen. Deshalb gehört zur Behandlung immer die Frage, was Sie selbst tun können – und manchmal die Empfehlung, mit Training weiterzumachen statt mit Terminen.

Wann Sie zum Arzt gehören
Diese Anzeichen gehören sofort ärztlich abgeklärt – nicht zu uns:
- Lähmungen, Kraftverlust in Bein oder Fuß
- Taubheitsgefühl im Bereich von Gesäß und Innenseiten der Oberschenkel
- Neu aufgetretene Störungen beim Wasserlassen oder Stuhlgang
- Fieber zusammen mit Rückenschmerzen
- Starke Schmerzen nach einem Sturz oder Unfall
- Ungewollter Gewichtsverlust oder Schmerzen, die nachts deutlich schlimmer werden
- Bekannte Osteoporose, Tumorerkrankung oder Einnahme von Blutverdünnern
Im Zweifel: erst ärztlich abklären lassen, dann zu uns. Das ist kein Rückzieher, sondern die Reihenfolge, die Ihnen hilft.
Häufige Fragen zu Rückenschmerzen
Muss ich mich bei Rückenschmerzen schonen?
In der Regel nicht. Bei unspezifischen Rückenschmerzen gilt Bewegung im schmerzfreien Rahmen als sinnvoller als Bettruhe – das ist der Stand der Leitlinien und deckt sich mit unserer Erfahrung. Vollständige Schonung führt eher dazu, dass Muskulatur abbaut und die Beschwerden länger bleiben.
Brauche ich ein MRT?
Bei den meisten Rückenschmerzen ohne Warnzeichen ist eine Bildgebung meist nicht nötig – man findet oft Veränderungen, die nichts mit den Schmerzen zu tun haben, und das verunsichert mehr als es hilft. Bei den unten genannten Warnzeichen ist eine ärztliche Abklärung dagegen wichtig.
Was ist ein Hexenschuss genau?
Ein umgangssprachlicher Ausdruck für plötzlich einschießende Schmerzen im unteren Rücken, oft nach einer harmlosen Bewegung wie Bücken oder Drehen. Meist sind Muskulatur und Gelenke beteiligt. Die gute Nachricht: Ein Hexenschuss klingt in der Mehrzahl der Fälle innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen ab.
Wie viele Behandlungen brauche ich?
Das sagt der Befund, nicht ein Paket. Nach dem Erstbefund geben wir Ihnen eine Einschätzung. Manchmal reichen zwei Termine.